Kollektives Versagen in Grünweiß: Der DSV Leoben wird im eigenen Stadion vorgeführt!

Landesliga, 3. Runde, SA. 25.08.18, 17:00 Stadion Donawitz, 250. DSV Leoben : USV St. Anna 1:7 (1:4). Torfolge: 0:1 Guja (10.), 0:2 Ramminger (21.), 1:2 Pagger (28.), 1:3 Kobald (Elfer, 37.), 1:4 Salamun (39.), 1:5 Lackner (71.), 1:6 Kobald (73.), 1:7 Pacher (ET, 84.). Schiedsrichterteam: Andreas Kollegger, Ing. Can Cetin, Marco A. Zarnik.

Wie konnte das nur passieren? Fassungslos steht man nach der unterirdischen Leistung da, so ein unwürdiges Auftreten ist einfach völlig inakzeptabel. St. Anna war zwar der Favorit in diesem Spiel, man wusste um die individuellen Stärken der Spieler Bescheid, man konnte dem munteren Treiben dieser Mannschaft aber in keinster Weise etwas entgegen setzen. Völlig überfordert, planlos, wie man den Gegner am Ball begegnet, gepaart mit individuellen Fehlern und einem schauderhaften Stellungsspiel – das konnte einfach nicht gut gehen! Das Unheil beginnt in der 10. Minute, da zimmert Guja den Ball scharf unter die Latte, nach 21 Minuten ist es Ramminger, der zum 0:2 abschließt. Matthias Pagger erzielt zwar kurz darauf mit dem 1:2 den ersten Donawitzer Saisontreffer, doch St. Anna beeindruckt das in keinster Weise. Nach Torraub (Prutsch wehrt den Ball per Hand aus dem Tor und sieht dafür Rot), erhöht Kobald vom Elfmeterpunkt auf 1:3 und nur kurz darauf macht Salamun mit dem 1:4 bereits früh den Deckel drauf. Auch ein Dreifachtausch in der Pause bringt nicht den gewünschten Effekt. Zu zehnt und ohne den nötigen Biss, laufen die Donawitzer schließlich in ein Debakel. Mit einem Doppelschlag durch Lackner und Kobald innerhalb von zwei Minuten und, zu allem Überdruß, einem Eigentor von Pachner, endet das Spiel mit 1:7! Das war einfach gar Nichts, das wird wohl jedem einzelnen Spieler bewußt sein. Man kann nur hoffen, dass nun die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden, denn eines steht nach drei Runden schon wieder fest: Der DSV Leoben wird auch in dieser Saison mit solchen Leistungen im Abstiegskampf live dabei sein!

Darf nicht passieren: Ramminger völlig frei bei seinem 2:0!

Vor Spielbeginn wurden im Rahmen der 90-Jahr-Feier lobende und aufmunternde Worte zur langen, manchmal erfolgreichen – aber immer ereignisreichen – Geschichte und über die Gegenwart des obersteirischen Traditionsvereines gesprochen. Die Spieler, die sich das beim Festakt geschlossen anhörten, dürften dabei aber nicht wirklich zugehört haben, welche Spieler für diesen Verein in der Vergangenheit tätig waren und was man auch in schwierigen Zeiten geleistet hatte. Oder sie hörten zu genau zu und erstarrten im anschließenden Spiel vor Ehrfurcht.

Auf das bereits traditionell schlechte Heimspielwetter war auch diesmal Verlass, dennoch kamen rund 250 Zuseher ins Donawitzer Stadion. Und man darf davon ausgehen, dass die das Kommen bereut haben. Was sich auf dem Spielfeld abspielte, das wollte man einfach nicht wahr haben. Was auch immer die Donawitzer versuchten, es war einfach zu wenig. Zu ungenau, zu durchsichtig oder zu fehlerhaft – St. Anna hatte immer die passende Antwort. Nach zehn Minuten, in denen bereits Rinner einen gefährlichen Stanglpass (Lackner Richtung Schleich) unterbinden konnte und auf der anderen Seite Tomic aus etwa fünf Metern Entfernung eine Pagger-Hereingabe über das Tor drischt (dazu noch ein harmloser Pagger-Freistoß übers Tor), ist es soweit: St. Anna geht in Führung. Es war natürlich Pech, dass ein Pressball genau in den Lauf von Lackner passt. Aber, dass der dann den freien (ja warum eigentlich?) Guja anspielen kann und der unbedrängt abziehen kann, darf man nicht mehr als Pech bezeichnen – der Schuss fällt scharf unter die Latte aus, Petrovcic ist zum ersten Mal geschlagen.

Während es die Donwitzer mit hohen Bällen zum völlig isolierten Tomic versuchen, auch die zweiten Bälle verloren gehen, sieht das auf der anderen Seite viel konkreter aus. Wieder kann im letzten Moment Rinner, durch Reinrutschen, Guja am Torschuss hindern und als letzter Mann Salamun nach außen abdrängen. Nach einem Eckball kommt Klöckl zum Kopfball (löst sich mühelos), setzt den Ball aber zum Glück neben das Tor. Einzelne Vorstöße der Donawitzer über die Seiten (Pagger, Pachner) haben zwar Potential, spätestens die Hereingaben aber, kommen nicht an. In der 21. Minute fällt das 0:2. Nach einem Eckball gewinnt zwar Hofer das Kopfballduell gegen Klöckl, der Ball landet aber vor den Beinen des völlig freien Ramminger, der aus kurzer Distanz den Ball an die rechte Innenstange lupft, von dort findet er den Weg ins Tor. Viele Donawitzer sind zwar in der unmittelbaren Umgebung, doch niemand kann den Abschluss unterbinden, ganz, ganz einfach sieht das aus. In der 28. Minute, nach insgesamt 208 torlosen Donawitzer Minuten, endlich der erste Treffer: Von einem Fehler auf der anderen Seite profitiert Petkov, der bedient schnell Pagger, der wiederum von der linken Seite abzieht. Der Ball passt perfekt, nach dem 1:2 keimt wieder leise Hoffnung auf.

Höchststrafe: Rot für Prutsch, Elfer für St. Anna!

Und tatsächlich wäre beinahe der Ausgleich gelungen. Waldhuber setzt sich auf der rechten Seite durch, doch den Pass zur Mitte erreicht Tomic knapp nicht, vor Pagger kann Ramminger zur Ecke klären. Auch der kommt nicht schlecht, wieder ist Tomic (der am Trikot gezogen wird) einige Zentimeter davon entfernt, wo es etwas zu erben gibt. Das war es aber mit dem Donawitzer Lüfterl, nun wird wieder auf der anderen Seite gespielt. Nach Fehler von Prutsch, kommt Schleich zum Ball – von der rechten Seite dringt er in den Strafraum – Rinner kann sich dem Stanglpass zu Guja gerade noch in den Weg werfen. Der Ball landet dabei an der eigenen Latte, von dort springt er zurück, der nächste Guja-Treffer scheint nicht mehr verhinderbar. Prutsch, der ebenfalls zum Geschehen hingeeilt ist, nimmt in dieser Aktion seine Hand zur Hilfe, verhindert dadurch das dritte Tor und bekommt die Höchststrafe. Rote Karte und Elfmeter für St. Anna. Kobald tritt zum Strafstoß an und zimmert den Ball ins linke Kreuzeck – ganz souverän liegen elf überlegene Spieler von St. Anna gegen zehn Donawitzer in Front. Zwei Minuten später gelingt der Todesstoß. Wieder geht es auf der rechten Seite von St. Anna viel zu einfach, wieder kommt das Zuspiel brandgefährlich zur Mitte. Petrovcic kann den Ball zwar kurz abwehren, gegen den Nachschuss von Salamun ist er aber machtlos.

1:4 lautet das niederschmetternde Pausenresultat und in der zweiten Hälfte wird es noch schlimmer! Trainer Jantschgi versucht es mit einem Dreifachtausch, er bringt Grgic, Schranz und Hubmann und belässt Hofer, Waldhuber und Tomic in der Kabine. Am Spielgeschehen ändert sich dadurch vorerst nur soviel, dass St. Annas größter Hunger gestillt zu sein scheint und man die zwar verzweifelt bemühten (mehr verzweifelt als bemühten) Donawitzer etwas mehr gewähren lässt, ohne dabei aber im Konter weiter brandgefährlich zu bleiben. Den ersten guten Schuss gibt Lackner für St. Anna von der Seite ab, der Ball landet abgelenkt knapp im Torout. Ein paar Minuten lang hat man nun das Gefühl, dass man das Schlimmste in diesem Spiel bereits hinter sich hat, immerhin können die Donawitzer nun den Gegner besser vom eigenen Strafraumfern fern halten. Die eigenen Vorstöße bleiben aber derart fehleranfällig (Passgenauigkeit, Annahmefehler, Laufwege), dass vorne einfach Nichts zu sehen ist.

Ab der 71. Minute legt St. Anna wieder einen Gang zu, in dieser Minute fällt das 5:1. Lackner ist in der Mitte frei, Heinemann und Pachner können den Schuss nicht mehr verhindern oder ablenken, im langen Eck schlägt der Ball im Kasten von Petrovcic (der zuvor schon einige Schüsse parieren musste – und konnte) ein. Wieder, wie schon vor der Pause, gelingt St. Anna der „Doppelpack“, denn zwei Minuten später erhöht der freie Kobald mit einem perfekten Heber von außerhalb des Strafraumes über den zu weit vor dem Tor stehenden Petrovcic auf 6:1. Während es sich Lackner leisten kann, eine Topchance (Schuss aus etwa elf Metern links am Tor vorbei) auszulassen, sorgt Robert Pachner für den unfreiwilligen Schlusspunkt dieses rabenschwarzen Spieles. Im Glauben, sein Tormann erreicht den Rückpass, spielt er zurück – dem war aber nicht so, dre Ball kullert über die Linie zum 1:7-Endstand. Danach hat St. Anna Erbarmen, schießt kein weiteres Tor, somit bleibt es bei der höchsten Heimniederlage seit dem letzten Regionalligaspiel am 31. Mai 2013. Damals hatte man mit dem gleichen Resultat gegen den LASK verloren…

Doppeltorschütze Kobald nach seinem Heber zum 6:1!

Schuldzuweisungen, Kritiken, heftige Worte, Aufarbeitung und Lösungen – all das steht nun am Programm, wie man da wieder raus kommt, müssen die Beteiligten nun intern klären. Die Mannschaft und Trainer stehen jedenfalls in der Pflicht, möglichst schnell einen Weg aus der Krise zu finden, denn die nächsten Aufgaben stehen vor der Tür: Am Dienstag Steirercup, am Samstag Auswärtsspiel beim nächsten Aufsteiger Frauental. Nicht einmal in Lobmingtal, im Steirercup, gewinnt man mit so einer Vorstellung einen Blumentopf!

Links: StFV, St. Anna, Ligaportal

Der DSV Leoben spielte mit: Petrovcic, Rinner, Pagger (T), Tomic (46. Grgic), Heinemann, Pachner (ET), Hofer (G, 46. Hubmann), Waldhuber (46. Schranz), Damis, Prutsch (ROT, 37.), Petkov. Ersatz: Peckovic, Niederl.

4 comments on “Kollektives Versagen in Grünweiß: Der DSV Leoben wird im eigenen Stadion vorgeführt!

  1. ich gratuliere zumindest dem Verfasser des Textes für die Ehrlichkeit und Erkennung der Situation.

    Damit ist klar, dass der Text weder vom Trainerteam, von den Spielern und schon gar nicht vom Vorstand stammt.

    Ihr habt’s geschafft, dass wir nun auch in der Landesliga eine Lachnummer sind… alles andere als ein Köpferollen und nachjustieren des Kaders prolongiert den untragbaren Zustands des Vereins.

  2. Unglaublich!!! Totalversagen auf allen Linien! Wo fange ich an? Alleine das Mannschaftsfoto spricht Bände-19 Spieler und 13 Trainer, Co-Trainer, Präsident, sportlicher Leiter, Beiräte, etc. etc… ! Für was? Also fast gleich viele „Wichtige“ wie Spieler! Was bringen diese „Beiräte“?? Hr. Präsident-bitte nicht wieder ewig warten-diesmal den Trainer UND Co-Trainer gleich entlassen, den sportlichen Leiter braucht in Donawitz auch kein Mensch! Die Transferpolitik war wieder ein Hammer (im negativen Sinne) Warum lasse ich die jungen Spieler (Makotschnig-Brüder, Briza usw. gehen? Die beiden Makotschnig treffen in Trofaiach nach belieben-man hätte den jungen in Donawitz eben eine vernünftige Chance geben müssen. Die zwei Neuzugänge sind zur Zeit auch keine Verstärkung!. Unser derzeitiger Steh-Stürmer bringt nichts-schließe mich da der Meinung der anderen User hier an. Mit dieser Mannschaft kann es wieder nur um den Abstieg gehen.

  3. Zu der 90 jahre Feier wurde man als Zuschauer entäuscht.
    Weit und Breit keine einzige DSV Legende sichtbar. Anscheinend interessiert es niemanden mehr zu einer 90 jahr Feier zu kommen.
    Nur ein Festzelt hinzustellen und hoffen, dass mehr Zuschauer kommen, ist einfach zu wenig. Man muss den Fan auch was bieten.
    Sportlich gesehen sind wir ein Abstiegskandidat. Das gleiche Spiel wie letzte Saison.

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