90 Jahre Sportverein Donawitz!

Neunzig Jahre obersteirische Fußballtradition!

Der DSV Leoben feiert am kommenden Wochenende im Donawitzer Stadion seinen Neunzigsten Geburtstag. Neben Spielen einiger Nachwuchsmannschaften und dem Meisterschaftsspiel gegen St. Anna gibt es auch einen Festakt anläßlich dieses runden Wiegenfestes. Ein Verein, der viele Höhen und auch viele Tiefen erleben durfte, ein Verein, der einst die Massen fesselte und der international erfolgreiche Spieler hervorbrachte, hat die besten Jahre zwar hinter sich, es gibt aber immer noch Menschen, die daran glauben und dafür arbeiten, dass der Sportverein, der 1928 in Donawitz gegründet wurde, wieder zu neuem Glanz erstrahlen wird!

Am 16. Dezember 1928 wurde der „Sportverein Donawitz“ unter Führung von Robert Fabian bei einer Jahreshauptversammlung, hervorgegangen aus der Heimatschutzgruppe Donawitz, ins Leben gerufen. „Der Verein führt den Titel Sportverein Donawitz, hat seinen Sitz in Donawitz und bezweckt die körperliche Ertüchtigung des deutschen Volkes, insbesonders der Jugend durch Pflege und Verbreitung der verschiedenen Sportzweige und Spiele…“  stand es in den Satzungen des neuen Vereines. Bei dieser Gründung gab es die Sektionen Wintersport, Fußball, Schwerathletik, Leichtathletik und „sonstige“ Sommersporte. Der erste Vorstand bestand aus dem Obmann Ing. Philipp Metnitz, dem 2. Obmann Dr. Hermann Scheucher, dem 3. Obmann Otto Tritthart, dem 1. Kassier Ernst Thun – als Sektionsleiter Fußball wurde Herr Fritsch gewählt, unter den federführenden Persönlichkeiten damals waren auch Franz Lösch und der Trainer Rudolf Linnich.

Damit war der Grundstein gelegt. Ein Sportplatz war vorhanden, sportlich ging es nach der Auflösung der Fußballsektion des, in jenen Jahren sehr erfolgreichen, D.S.V. Leoben – dem Deutschen Sportverein Leoben – und der Übernahme vieler arivierter und meisterschaftserprobten Spielern (u.a. Unden, Heubrandner, Fabian, Hambauer, Grießler) dieses Vereines, steil nach oben. Am 14. April 1929 wurde das erste Spiel am Donawitzer Sportplatz gegen Ostmark Graz mit 4:2 gewonnen, nach Qualifikationsspielen gegen Liezen (18:0) und Gleisdorf (6:1) durfte man in der Saison 1930/31 erstmals in der steirischen Liga antreten. Der Sportverein Donawitz wurde in den 30er Jahren, neben dem Kapfenberger Sportverein, zur obersteirischen Alternative zu den traditionell vorherrschenden Grazer Vereinen Sturm Graz, GAK, Grazer Sportklub, Kastner & Öhler, Hakoah oder Südbahn Graz. Es gab in dieser Zeit bittere Debakel aber auch erstaunliche Erfolge. So wurde in der Meisterschaft im Jahr 1934 der Steirische und zugleich auch Amateur-Bundes-Meister Sturm Graz mit 8:2 nach Hause geschickt, 1937 wurde Kapfenberg mit 9:0 erledigt und 1939 musste der GAK zu Kenntnis nehmen, dass in Donawitz nichts zu holen war: Endstand 6:0 für Donawitz. Im Jahr 1936 wurde erstmals ein Donawiter Spieler ins Olympiateam einberufen, Max Hofmeister erreichte in Berlin dabei mit der österreichischen Auswahl die Silbermedaille – eine Tatsache, die Donawitz stolz machte.

Aus der OVZ vom 25. August 1936 über die Rückkehr des Olympiahelden Max Hofmeister!

Den ersten Meistertitel in der damaligen Bezirksliga Süd (dort spielten die besten Steirischen und Kärntner Mannschaften), erreichte Donawitz in der Saison 1938/39. Beim Aufstiegsturnier in die von den Wiener Spitzenvereinen dominierte Gauliga, mussten sich die Donawitzer dann knapp geschlagen geben. Der zweite Weltkrieg forderte auch beim Donawitzer Sportverein seine Opfer. Aktive Spieler mussten an der Front ihr Leben lassen, auch in der Heimat wurde die Not durch Entbehrungen und Einschränkungen aller Art immer größer. Als gegen Kriegsende kein Meisterschaftsbetrieb mehr möglich war (das letzte Meisterschaftsspiel endete am 15. Oktober 1944 mit einem 2:2 in Kapfenberg), wurde der Spielbetrieb schließlich eingestellt.

Der SV Donawitz im Meisterjahr 1939!

Und es dauerte bis zum Jahr 1949 bis der Sportverein Donawitz neugegründet werden konnte. Es war ein mühevoller Neubeginn, da man erst die Spielstätte (Parkplatz für britische Militärfahrzeuge) und die Spieler, die sich in den ersten Nachkriegsjahren auf die umliegenden Vereine SV Leoben und Seegraben aufteilten, zurückholen musste.  Unter Führung von Dir. Alois Sormann, Viktor Rauschenberger, Johann Grassl, Ignaz Wanko und Josef Stadler wurde das Vorhaben – den Donawitzer Fußballsport wieder an die Spitze zu führen – in die Tat umgesetzt. Man musste wieder ganz unten beginnen. In der 2. Klasse Nordost startete man in die Saison 1949/50 und erreichte hinter Kindberg und Veitsch den dritten Platz. Zwei Jahre später spielten die Donawitzer in der ersten Klasse, 1953/54 gelang als Meister der Aufstieg in die Landesliga. Dort hielt man sich genau zwei Jahre lang auf, ehe es 1955/56 mit dem Meistertitel erstmals in die Staatsliga B nach oben ging. Ab 1956 bis zum Abstiegsjahr 2009 gehörte der WSV Donawitz – DSV Alpine – oder seit 1992 der DSV Leoben durchgehend einer der beiden höchsten, österreichischen Fußball-Ligen an.

Im Jahr 1958 war es erstmals soweit. Nach den erfolgreichen Aufstiegsspielen gegen Salzburg (2:2, 5:1) befand sich der WSV Donawitz erstmals in der höchsten Spielstufe in der Staatsliga A! Der erste Sieg in dieser höchsten Liga gelang am 28. September 1958, da wurde die Wiener Austria durch Tore von Heißenberger, Kohlhuber und Bittelmeier mit 3:1 besiegt. Nach nur zwei Jahren war dieses Abenteuer aber wieder zu Ende, Donawitz musste als Vorletzter in die Regionalliga Mitte absteigen. Dort verbrachte man einige Jahre ehe es in der Saison 1967/68 wieder klappte. WSV Donawitz wurde vor VÖEST Linz Meister und stieg zum zweiten Mal in die höchste Liga auf. Diesmal dauerte das Gastspiel nur ein Jahr lang – nach nur drei Siegen (SW Bregenz 2:1, WSG Wattens 2:1 und Wacker Wien 3:1) und dem letzten Tabellenplatz ging es schon wieder eine Stufe runter.

Der WSV Donawitz 1968/69!

1971 wurde der Name auf DSV Alpine geändert – das in ganz Österreich bekannte und respektierte „Donawitzer Hochofenballett“ erblühte zu dieser Zeit. In dieser Saison 1970/71 wurde der Meistertitel fixiert, unter den Trainern Pfister/Rauch gelang abermals der Sprung nach ganz oben. Was folgte waren erstaunliche Neuzugänge: An Namen wie Hans Pirkner (von Schalke), Peter Pumm (Bayern München) oder Tormann Popovic (jugosl. Nationaltormann) erinnert man sich heute noch gerne zurück. Diese Zeit, in der die Donawitzer sehr erfolgreich spielten (Zwei sechste Plätze 1972 und 1974 bedeuteten die besten je erzielten Platzierungen in der 90jährigen Geschichte!), war aber auch geprägt von Rückschlägen. Der eine handfeste Rückschlag war der deutsche Wettskandal, der auch bis zu den Spielern Eisele und Pirkner nach Donawitz reichte, der Supergau erfolgte aber nach der Ligareform 1974. Dort wurde bei der neu eingeführten Zehnerliga ein Szenario entwickelt, dass den sechstplatzierten DSV Alpine, absteigen ließ. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, aber alle Proteste und Versuche dagegen anzukämpfen, scheiterten, man musste wieder ein Klasse tiefer.

Dort musste man den Gürtel enger schnallen und sich sehr mühevoll neu orientieren. In dieser Zeit kam aber auch ein junger Spieler nach Donawitz, der, Dank seiner Weltkarriere, bis zum heutigen Tag als Aushängeschild des Donawitzer Fußballes gilt. Walter Schachner war der Publikumsliebling, wenn er spielte, kamen die Massen! Das blieb natürlich nicht unbemerkt: Als einer der ganz wenigen Spieler der zweithöchsten Spielstufe schaffte er den Sprung in die Nationalmannschaft. Nach der erfolgreichen WM 1978 – Schachner erzielte beim 2:1-Sieg gegen Spanien das 1:0 – verließ er den Verein Richtung Austria und später nach Italien! In den 80er und 90er Jahren gelang noch zwei Mal der Aufstieg  in die damalige 1. Division. In der Saison 1983/84 unter Trainer Hans Windisch sorgte Amilton Oliveira mit seinen beiden Toren beim 2:0-Sieg (Auswärts 1:1) gegen St. Veit dafür, dass man erneut zum erlesenen Kreis der besten Fußballteams des Landes gehörte.

Oliveira im Aufstiegsspiel 1984 nach dem 1:0 gegen St. Veit!

Nach einer Umstellung auf die 12er Liga musste man zwar 1985/86 wieder absteigen, schaffte aber 1989/90 den bislang letzten Aufstieg. Ein vierter Platz im damaligen Mittleren Play Off (gleichbedeutend mit dem Meistertitel der zweiten Liga, dem bislang letzten Donawitzer Meistertitel) sollte reichen, dass man erneut dem Klub der zwölf besten Teams angehören durfte. Den letzten Sieg des DSV Alpine in der höchsten Spielstufe feierten knapp 3.000 Zuseher am 28. August 1991 in Donawitz gegen Sturm Graz. Torschütze beim damaligen 1:0-Sieg war ein gewisser Jürgen Auffinger. 1992 nach einem sechsten Platz im Mittleren Play Off musste der DSV Leoben in die 2. Liga absteigen.

Die Zeit der 90er Jahre bis zum Zwangsabstieg im Jahr 2009 waren geprägt von Mäzenentum, Stadionneubau, vereinzelten Erfolgserlebnissen mit ansonsten konstanter Stagnation auf zweithöchstem Niveau – unterbrochen nur vom Vereinshighlight, dem knappen 0:1 im Cupfinale gegen Rapid Wien im Jahre 1995. Letztlich folgte der existenzbedrohende wirtschaftliche Einbruch (der sogar mit einer Haftstrafe für den DSV- Präsidenten endete), der zum Ende des Profisportes in Donawitz führte. Diese Zeit war auch die Zeit in der sich die Vereinsführung und das Publikum, das zu guten Zeiten immer in Massen gekommen ist, auseinanderlebten. Die Erwartungshaltung, die Ankündigungen und die Ergebnisse waren einfach nicht deckungsgleich, viele, die bis heute nicht zurück ins Stadion kommen, haben damals dem DSV Leoben den Rücken gekehrt. Im Winter 2008 schlitterte die ProfigesmbH. in den Konkurs, was den Zwangsabstieg aus der ADEG-Liga bedeutete.

Die Cuphelden von 1995!

Der Gedanke an einen Amateurbetrieb in Donawitz ist bis heute bei manch älterem Fußballfan, der sich noch an die guten Zeiten zurückerinnern kann, nicht überwunden, aber seit dem Konkurs ist er nun Realität. Edi Lieber und später Gabor Heinemann mussten als Präsidenten den Scherbenhaufen aufräumen und retteten den Fußballverein nach besten Möglichkeiten. Sportlich verbrachte der DSV Leoben vier Saisonen lang in der Regionalliga Mitte – einmal im Frühjahr 2012 war ein letztes Mal ein Anflug von Hoffnung spürbar, dass man es vielleicht doch wieder in die Bundesliga schaffen könnte. Nach dem 3:1 gegen Gleinstätten war der DSV hinter dem GAK Zweiter – doch dann entschied man sich für Adi Pinter als Trainer, dessen Bestellung für große Unruhe sorgte und vieles zerbrach damals endgültig.

Seit der Saison 2013/14 ist die steirische Landesliga die neue Heimat des DSV Leoben. Und auch da ist man nur bedingt angekommen. Zwei Mal in den letzten fünf Landesliga-Jahren reichte es zwar zu einem respektablen fünften Tabellenplatz, zwei Mal – so auch im vergangenen Jahr – war man aber tief im Abstiegssumpf verwickelt und konnte sich erst in den letzten Runden retten. Obwohl unter Obmann Wilfried Gröbminger neue Leute den Verein lenken und mit den besten Absichten an diese Herausforderung herangehen, ist es einfach schwierig und ein langwieriger Prozeß, bis es wieder nach oben geht. Es sind viele Baustellen, die den Verein belasten und an den Kräften zehren. Es wäre aber nicht der DSV Leoben, wenn man nicht auch in dieser Phase zusammensteht und versucht alle Steine aus dem Weg zu räumen. Das ist mühsam, das ist langwierig, dabei passieren auch Fehler und Rückschläge, aber eines ist klar – es gibt nach wie vor Menschen, die viel Zeit und Energie in dieses Projekt investieren und mithelfen, dass dieser Traditionsverein weiter besteht. Man ist sich der ereignisreichen Vergangenheit bewußt, man weiß um die Probleme der Gegenwart. Was wir aber nicht kennen, das ist die Zukunft. Solange es aber Kinder und junge Erwachsene gibt, die für den DSV Leoben spielen, solange es Idealisten gibt, die für den Erfolg des Vereines arbeiten und solange es Menschen in und rund um Leoben gibt, die daran glauben – solange wird auch der DSV Leoben eine Zukunft haben!

In diesem Sinne, Alles Gute zum Geburtstag DSV, man darf schon jetzt gespannt sein wie und in welcher Liga man den 100er feiern wird!

6 comments on “90 Jahre Sportverein Donawitz!

  1. Das berührt natürlich nicht direkt die Geschichte des Donawitzer SV, aber spannend wäre auch was dann aus SV Leoben und ASV Seegraben eigentlich wurde, haben ja doch auch beide eine Saison Staatsliga B gespielt…

  2. Ein Titel 1990. Schön für die Statistik?

    Tatsache ist, wir können nicht einmal mehr eine eigene U17 stellen.
    Spielgemeinschaft mit St.Lorenzen u Kammern. A Witz.
    Die Verantwortlichen sollen sich einmal über dass Gedanken machen.
    Ein schônes Fest am Samstag.

  3. Hallo Klaus, als DSV-Anhänger war mir das ein wichtiges Anliegen. Danke.Freue mich und wünsche dem Verein eine gute Zukunft. LG Ewald

  4. Der vorläufig letzte Meistertitel gelang 1990. DSV war im Mittleren Play – Off als Vierter der bestplatzierte Zweitdivisionär der vorhergegangenen Herstsaison. Das bedeutete nach den damaligen Statuten gleichzeitig den Meistertitel in der zweiten Liga, und zwar offiziell.DSV bekam eine Trophäe, die Spieler Medaillen (beim ersten Heimspiel , 0:3 gegen FC Tirol, Bericht mit Foto in der neuen Zeit). Unbedingt recherchieren und in die Vereinschronik aufnehmen. Zeitungsberichte habe ich. Wir haben nicht so viele Titel, um auf einen freiwillig zu verzichten. Und andere Vereine sind nicht so bescheiden.

    1. Hallo Ewald, Alles klar – ich wollte dem DSV natürlich keinen Titel wegnehmen, für mich war das nicht ersichtlich. Als Vierter im Play Off – Meister zu sein, da hat´s bei mir nicht gefunkt. Ist aber eh logisch, als beste Zweitliga-Mannschaft aufgestiegen, da ist man halt Meister. Danke dafür, hab es ausgebessert. lg Klaus

  5. Es war einmal schön, mein Bruder schrieb für die Kleine Zeitung. War fast bei allen Spielen dabei. Viel Glück und Glück Auf

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