Im Gespräch: Trainer Jürgen Auffinger

SA 18.02.17, Stadion Donawitz – Im Gespräch mit Jürgen Auffinger, Cheftrainer DSV Leoben

Kannst Du Deine aktive Fußball-Karriere anhand von Fakten und Zahlen beschreiben?

Ich bin 1983 als Spieler zum DSV gekommen und habe in 201 Bundesliga-Einsätzen insgesamt 22 Tore erzielt. Meine Highlights als Spieler waren natürlich das Erreichen des Cupfinales 1995 (0:1 gg. Rapid Wien), wo wir nur sehr knapp an der ganz großen Sensation vorbeigeschrammt sind. Zum anderen der Aufstieg unter Trainer Miklavic in der Saison 1989/90, wo wir im letzten Spiel des Mittleren Play Offs Vorwärts Steyr mit 3:0 besiegten und in die Bundesliga aufgestiegen sind.

Nach Deiner aktiven Zeit wolltest Du im Geschäft bleiben und wurdest Trainer.

Ja, ich war ab 2005 Trainer der DSV Oberligamannschaft und unter Heinz Thonhofer, Dejan Stankovic und später Manfred Unger Co-Trainer bei meinem Herzensverein. Zwischenzeitlich war ich auch in Kindberg und Rottenmann, doch als mich im Sommer 2015 Peter Skrivanek kontaktierte, war ich wieder voll motiviert. Sicherlich, die Situation damals war schwierig, der DSV Leoben hat im letzten Spiel, bevor ich gekommen bin, gerade noch den Klassenerhalt geschafft, die Erwartungen waren: Weg von den Abstiegsplätzen, konsolidieren und mit jungen Spielern und Talenten aus der Umgebung wieder etwas aufzubauen. Das ist im ersten Jahr ganz gut gelungen, wir erreichten immerhin den 5. Tabellenplatz. Im Sommer kam es dann neuerlich zu großen Kaderumstellungen, wieder mussten wir Spieler ziehen lassen, konnten aber mit Giermair und Hubmann Spieler aus der Umgebung holen. Wenn man bedenkt, dass uns im Herbst zwei wichtige Spieler (Tormann Reinwald und Stürmer Oliver Wohlmuth) verletzungsbedingt ausfielen ist der 7. Tabellenplatz mit 24 Punkten nicht schlecht. Ich behaupte, dass wir das Beste aus unseren Möglichkeiten herausholen konnten. Wir hatten zwar einen Einbruch (5 Spiele nur 1 Punkt) doch mit den drei Siegen in den letzten drei Spielen sind wir wieder auf Kurs.

Auf was wurde bei der Kaderplanung im Winter geachtet?

Wir konnten alle Spieler vom Herbst halten, das ist schon einmal gut. Wir wollten natürlich bei den beiden Problemfeldern (Tor – alle DSV Tormänner absolvieren zeitintensive Ausbildungen – sowie Angriff) nachjustieren. Im Tor ist es uns mit Tiesenhausen, der neben Nömayer ums Einserleiberl kämpft, gelungen, im Angriff leider nicht. So ehrlich muss man sein, mit den finanziellen Möglichkeiten war keine echte Verstärkung zu bekommen. Bei einem Stürmer waren wir dran (Unterkircher), er zog aber letztlich die Regionalliga vor. Und irgendeinen Ausländer samt finanziellem Abenteuer wollte ich nicht. Mit den anderen beiden Neuen, Waldhuber und Schranz, die charakterlich gut zu uns passen, bin ich zufrieden. Schranz, wegen seiner langen Verletzung und Waldhuber aufgrund seiner Jugend, fehlt noch etwas, aber die steigern sich sukzessive. Dazu habe ich mit Lasselsberger einen guten, jungen Co-Trainer bekommen, der es ermöglicht noch professioneller, weil individueller abgestimmt, zu arbeiten.

Wie verläuft die Vorbereitung auf die Frühjahrssaison?

Wir liegen voll im Plan. Natürlich gab es zuletzt viele Ausfälle aufgrund von Verletzungen und Krankheiten, aber das ist ganz normal. Einige, der jungen Juniors, bekamen dadurch die Möglichkeit in der Kampfmannschaft zu spielen, das ist eine wichtige Spielpraxis, von diesen Erfahrungen werden alle profitieren. Die Ergebnisse in den Testspielen sind für mich nur sekundär, wichtig ist, dass sich die Mannschaft im Bereich Ausdauer und Kondition weiter verbessert, die Werte sind jetzt schon sehr gut. Nächste Woche werden wir uns einmal auf die Loipe beim Biathlon versuchen, danach beginnt der Feinschliff bis zum Meisterschaftsauftakt. Den Kunstrasen kann schon keiner mehr sehen, wir alle brennen schon aufs den richtigen Rasen!

Was sind Deine persönlichen Ziele in dieser Meisterschaft?

Mit dem gleichen Resultat, wie im Vorjahr (5. Platz) wäre ich sehr zufrieden, das wäre ein sehr großer Erfolg. Ob das gelingt werden die ersten fünf Spiele zeigen, da wollen wir gleich einmal ordentlich loslegen und uns in den vorderen Tabellenbereichen etablieren. Da sich die hinteren Teams verstärkt haben und damit die Liga noch ausgeglichener und enger wird, wird es auch davon abhängen, ob wir von Verletzungen und Sperren möglichst verschont bleiben. Denn acht Punkt Vorsprung auf den 14. sind kein Ruhekissen!

Wie siehst Du die Zukunft des DSV Leoben?

Einen Schritt nach dem anderen, das ist die Devise. Was man rund um den Stadionverkauf hört, dazu kann (und will) ich nichts sagen, da muss man andere Personen fragen. Ich bin froh, dass wir mit Gerlinde Kogler eine sehr engagierte Jugendleiterin bekommen haben, da wir in dem Bereich Nachholbedarf haben. Ich bin sehr optimistisch, dass es ihr gelingt wieder vermehrt Kinder allen Alters zu uns auf den Sportplatz zu bringen. Mein Vertrag läuft bis Sommer, meine persönliche Zukunft beim DSV wird in einem richtungsweisenden Gespräch im April entschieden. Wenn es zur Verlängerung kommt, möchte ich natürlich  im Sommer den Kader weitgehend behalten und nur individuell verstärken müssen.

Zum Abschluss – wie tickt Jürgen Auffinger?

Meine Frau meint ich bin fußballverrückt und da hat sie wohl Recht. Ich schaue mir so ziemlich alles an Fußball, was möglich ist, auch an. Ob live im Stadion, im Fernsehen oder als Analyse – ich brauche das einfach, man kann dabei immer auch etwas lernen. Persönlich am liebsten ist mir der englische Fußball, da war ich in den verschiedenen Stadien auch schon mehrmals. Es geht sogar so weit, dass ich mir bei Chelsea das Training angesehen habe…

Jürgen Auffinger, Danke für das Gespräch!

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