Voitsberg zeigt sich gnadenlos und bestraft jeden Donawitzer Fehler: Am Ende setzt es eine 0:6 (0:2)-Klatsche…

Landesliga, 8. Runde, FR 16.09.16, 19:00, Sparkassen Arena Voitsberg, 450. ASK Voitsberg : DSV Leoben 6:0 (2:0). Torfolge: 1:0 Hiden (4.), 2:0 Hiden (22.), 3:0 Hiden (47.), 4:0 Rieger (51.), 5:0 Brauneis (55.), 6:0 Taucher (65.). Schiedsrichter: Feldbaumer, Plank, Felber.

So schnell kann es gehen: Nach zuletzt zwei deutlichen Siegen, läuft der DSV Leoben beim neuen Tabellenführer ins Debakel. Das 0:6 in Voitsberg war die höchste Niederlage seit mehr als drei Jahren (1:7 gegen den LASK im letzten Regionalliga-Spiel) und geht auch in diesem Ausmaß in Ordnung. Aber, so wie bei den Siegen – trotz der scheinbar klaren Ergebnisse – bei näherer Betrachtung nicht Alles eitel Wonne war, so darf man unsere Mannschaft auch nach dieser Abfuhr nicht gleich in Frage stellen und Alles verdammen. Eine mannschaftlich unterdurchschnittliche Leistung, gepaart mit unglücklichem Spielverlauf, reicht eben gegen ein Landesliga-Spitzenteam in keiner Weise. Eine Möglichkeit in Voitsberg zu bestehen, wäre sicher gewesen, mit einer dichten Abwehr möglichst lange ein 0:0 zu Halten und wenn Voitsberg das Spiel machen muss, den einen oder anderen Konter erfolgreich abzuschließen. So weit die Theorie, in der Praxis machte Geburtstagskind und Voitsberg-Kapitän Jürgen Hiden mit dem schnellen 1:0 nach vier Minuten und dann dem 2:0 in der 22. Minute alle diesbezüglichen Hoffnungen zu Nichte. Einmal war die Chance zum Anschlusstreffer da (Giermair), ansonsten aber hatten die Hausherren Dank besserem Stellungsspiel, erfolgreicherem Zweikampfverhalten und vieler Fehler unserer Mannschaft leichtes Spiel. Schon vor der Pause vergibt Hiden neben seinen Toren zwei weitere Großchancen, unmittelbar nach dem Seitenwechsel macht er mit seinem dritten Treffer Alles klar. Die Donawitzer Schockstarre hält danach weiter an: Sowohl Rieger, Brauneis aber auch Taucher – unterbrochen nur durch eine Gelbrote Karte für Hofer – kommen bis zur 65. Minute zu relativ einfachen Toren, das Debakel nimmt immer ungustiösere Formen an. In den letzten 25 Minuten passiert dann Nichts mehr, vorne geht bei uns einfach zu wenig, auch Voitsberg hat genug und spielt das 6:0 souverän nach Hause. Mieses Spiel, mieses Ergebnis, aber: Jammern hilft nicht – richtige Konsequenzen ziehen, abhaken und nach vorne schauen!

Bei allem Schmerz über die Niederlage, aber so fair sind wir: Gratulation zum 30er und den drei Toren: Jürgen Hiden!

Bei Regenwetter wollten die Donawitzer, die durch den 5:1-Sieg gegen St. Anna zwar mit Selbstvertrauen anreisten, das aber durch den Umstand, dass drei der fünf Defensivspieler angeschlagen waren, doch wieder gedämpft wurde, dem Ligakrösus vor heimischen Publikum Paroli bieten. Nach einem Hubmann-Freistoß in die Mauer und einem ebenso dort landenden Briza-Nachschuss geht es in die andere Richtung. Bei einer Starchl-Flanke kann Füzfa in der Mitte noch klären, doch nur kurz darauf wird der zweite Angriff zum ersten Tor genützt.  Und einfacher geht es wirklich nicht. Abschlag Tormann Hiebler, das entscheidende Kopfballduell nach dem weiten Ball gewinnt Brauneis gegen Rinner und schon kann sich Hiden auf der linken Seite (Hofer zu spät) Richtung Nömayer orientieren. Statt dem Schuss probiert er den Heber, der passt auch zum 1:0 ins Eck.

Nicht dass es die Donawitzer danach nicht probierten, es gelang bloß kaum etwas. Wohlwissend dass Voitsberg jeden Fehler mit einem gefährlichen Gegenschlag beantwortet, trauen sich die Donawitzer dennoch das Spiel zu machen (zumindest versuchen sie das).  Außer ein paar zu weiten (zwei Briza Freistösse landen beim Goalie) oder zu ungenauen Pässen, entsteht offensiv dabei aber nicht viel. Anders Voitsberg. Starchls erster Versuch scheitert zwar, doch ein Maier Abschlag-Versuch gerät zu kurz. Trost flankt zur Mitte, Brauneis steigt elegant drüber und dahinter ist wieder Hiden frei – diesmal verzieht er knapp. Während den Donawitzer Angriffen vor dem Tor die Luft ausgeht (Wohlmuth-Kopfball, Hubmann Schuss von links wird geblockt), kann auf der anderen Seite Nömayer einen Schwendinger-Schuss in den Corner abwehren.

Zumeist isoliert und auf sich alleine gestellt: Oliver Wohlmuth!

Ein weiterer, im Entstehen gar nicht gefährlich scheinender, Angriff bringt den zweiten Treffer. Da aber die Donawitzer nicht nahe genug am Mann stehen, kann letztlich niemand den Idealpass von Schwendinger auf Hiden (Rinner rutscht zwar hin, erreicht den Ball aber nicht) verhindern. Ebenso wenig kann Nömayer das zweite Tor des Geburtstagskindes (30er) Jürgen Hiden verhindern, mit dem 2:0 sinken die Donawitzer Punktehoffnungen auf ein Minimum. Eine herausragende Mannschaftsleistung wäre von Beginn weg nötig gewesen, den Voitsbergern nicht so einfach das Toreschießen zu machen und so klar überlegen auftreten zu dürfen. Doch diese Sonderleistung konnten die Donawitzer an diesem Abend ziemlich geschlossen nicht abrufen.

Was wäre wenn? Die einzige gute, richtig gute, Torchance, um wieder ins Spiel zu finden, sehen die 450 Zueseher in der 26. Minute. Eine Flanke von Gligor erreicht Wohlmuth per Kopf, Hiebler wehrt ungewohnt leichtsinnig zur Mitte ab, dort liegt der Ball plötzlich schussbereit für Giermair. Aus etwa elf Metern macht dann Hiebler wieder alles gut und pariert den Giermair-Schuss. Die Riesenchance zu einer möglichen Aufholjagd ist dahin…

Zuerst Gelb, danach noch einmal: Alexander Hofer fehlt gegen Mettersdorf!

Bis zur Pause erhält Hofer eine Gelbe Karte, kann Hiebler eine Briza-Flanke vor Wohlmuth abfangen und wird der Voitsberg-Tormann beinahe zum Assistgeber. Ein weiter Ausschuss landet punktgenau in Hidens Lauf (Hofer ist darauf nicht vorbereitet), sein Schuss landet links neben dem Tor.  Hidens zwei Tore sind schon schlimm genug, da er aber zwei zusätzliche Topchancen ausließ, lebt für die zweite Halbzeit noch ein kleiner Hoffnungsfunken.

Der erlischt aber dann sehr schnell. Diesmal fungiert Füzfa mit einer missglückten Kopfballrückgabe zu Rinner zum Assistgeber. Anstelle des Verteidgers kommt Hiden zum Ball, in der 47. Minute bedankt er sich für das Geschenk mit dem 3:0 ins lange Eck. Statt die zweite Hälfte mit einer Aufholjagd zu starten, folgt nach dem dritten Hiden-Treffer eine kollektive Schockstarre. Ein Eckball bringt gleich darauf das 4:0.  Der Ball landet bei Brauneis, der eigentlich den Ball überhaupt nicht richtig trifft, dennoch wird er zur hohen Vorlage für Rieger, der per Kopf in hohem Bogen abschließt. Niemand fühlt sich für Rieger zuständig, schließlich kommt auch Nömayer zu spät aus dem Tor, Abseitsreklamationen nützen (zu Recht) auch nichts, es steht 0:4.

Ganz schweres Spiel auch für Markus Nömayer, der hier klärt: Sicher bei dem einen oder anderen Tor mitbeteiligt, wurde aber auch von seiner Abwehr zu oft im Stich gelassen!

Verzweiflung erkennen lässt ein Wohlmuth-Schuss (nach guter Hofer-Vorlage): Dem DSV-Stürmer gelingt sein Versuch, im Gegensatz zu den Voitsberger Angreifern in der nächsten Szene, überhaupt nicht. Nachdem Hofer auf seiner rechten Seite Brauneis nur mit einem Foul stoppen kann (er weiß, was folgt und marschiert mit Gelbrot im Rücken gleich in die Umkleidekabine), bekommt Voitsberg den Freistoß knapp außerhalb des Strafraumes. Schwendinger zikelt zur Mitte, obwohl vorerst drei Donawitzer rund um Brauneis stehen, sind diese, nachdem Nömayer den Ball genau dorthin abwehrt, verschwunden, unbedrängt schiebt er den Ball aus kurzer Distanz zum 5:0 über die Linie. Danach kommt es beim aussichtslosen Spielstand zum zweiten Einsatz für Martin Petkov, auch er ist dann bei einem weiteren – dem letzten – Gegentreffer auf dem Spielfeld. Eckball durch Suppan, diesmal kommt Briza nicht zum Kopfball, dahinter köpfelt einer, der vielen Voitsberger (in dem Fall Taucher) einfach aus kurzer Distanz zum 6:0 ein.

Mit dem sechsten Treffer scheint sich Voitsberg zu begnügen und zieht sich etwas zurück. Lauernd auf Donawitzer Fehler im Spielaufbau, um, wenn es um einen weiteren Treffer geht, zur Stelle zu sein, dennoch: Im Ballbesitz wird der Ball nur mehr genüsslich von der einen Seite bis zur anderen hin und hergespielt, mit Bedacht auf unnötigen Ballverlust. Eine dicke Chance (neben einigen Flanken, die Nömayer entschärfen kann) gibt es noch, wird von den Hausherren aber vergeben: Der eingewechselte Walch zimmert den Ball mit einem satten Schuss an die Querlatte, da auch auf Leobener Seite die Halbchancen für keine Gefahr sorgen, bleibt es beim 6:0 Kantersieg der Voitsberger!

Lieber einmal 0:6 als sechs Mal 0:1, könnte man mit Galgenhumor meinen. Eines stimmt sicher: Aus solchen Niederlagen kann man lernen. Wer es nach dem guten Auftakt vielleicht nicht glauben mochte – unsere Mannschaft ist noch nicht so weit, um konstant 100% zu geben. Wenn sich Fehler summieren und der eine den anderen ansteckt, dann passiert gegen eine Mannschaft, die das ausnützen kann, so ein Debakel. In dem Spiel ging einfach alles daneben, was so daneben gehen kann, das darf unserer Mannschaft auch einmal passieren! Wenn ordentlich analysiert und daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden, kann das Spiel sogar für den weiteren Herbst weiterhelfen. In diesem Sinne, optimistisch bleiben, nächste Woche im Heimspiel gegen Mettersdorf kann wieder alles ganz anders sein!

Niederschmetternd: 0:6 nach 66 Minuten – zumindest kam danach kein weiteres Tor mehr dazu…

Links: Voitsberg, StFV, Ligaportal, Fanreport

Der DSV Leoben spielte mit: Nömayer, Füzfa (80. Horvat), Rinner, Hubmann, Heinemann (G, 66. Petkov), Wohlmuth (75. Jankov), Hofer (GR, 54.), Giermair, Maier, Gligor, Briza., Ersatz: Ebner, Gruber.

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